Spielbericht: Germania Grefrath gegen VfR 06 Neuss

7. Mai 2019

Spielbericht

Germania Grefrath gegen  VfR 06  Neuss am 05.05.2019

Aufstieg vertagt! 

Das ist die Überschrift nach der Niederlage in Grefrath. Schon vor dem Anpfiff standen die Zeichen auf Kampf, denn der Aschenplatz war überhaupt nicht hergerichtet und voller Knubbel.

So war klar, ein vernünftiges Passspiel wird heute kaum zu realisieren sein. Nun sei es drum, von der ersten Minute an war zunächst Nervosität zu merken, wussten doch beide Teams, um was es heute ging. Germania Grefrath setzte alles daran, dass der Rivale aus der Stadt nicht auf eigenem Platz die Meisterschaft und damit den Aufstieg feiern konnte.

Der Tabellenführer fand aber eher zu seinem Spiel und ließ den Ball laufen und die Grefrather liefen nur hinterher. In der 8. Minute rettete dann die Latte für Grefrath, das war Pech für die Neusser.

Indes zu weiteren großen Chancen kamen die Stürmer nicht, denn vor dem Sechszehner machte Germania das Spiel vollkommen eng und verteidigte hart aber fair.

Glück dem, der einen Atta-Yeboah in den Reihen hat. Dieser fasste sich nämlich in der 13. Minute den Ball und verwandelte seinen Alleingang mit einem herrlichen und unhaltbaren Schuss in die lange Ecke. Ein klasse Tor!

Zu diesem Zeitpunkt war es eine verdiente Führung, denn das Team um Kapitän Ferhat Yildiz hatte mehr vom Spiel und war spielerisch die bessere Mannschaft. Grefrath versuchte immer wieder nur mit langen Bällen auf die Spitze zu Möglichkeiten zu kommen. Hier waren aber Tarik Mavili und Salhi Arslan stets Endstation.

In der 21. Minute kam dann wieder Kojo Atta-Yeboah zum Schuss, diesen verzog er aber weit über das Tor. Eine Riesenchance um auf 2:0 zu stellen, hatte in der 26. Minute Florian Hillebrand, dessen Ball knapp am Gehäuse vorbei flog.

Und so kam es wie es im Fußball immer wieder passiert! Die eine Mannschaft macht das Spiel, hat Chancen und die andere trifft. Nach einem Eckball zappelte der Ball im Neusser Netz, Stefan Lülsdorf, der Dreh- und Angelpunkt der Germania stand vollkommen alleine am Langenpfosten und köpfte den Ball zum 1:1 Ausgleich in die Maschen.

In Folge, dieses doch sehr unerwarteten Treffers, war dem Klassenprimus eine gewisse Schockstarre anzumerken. Keiner konnte so recht mit diesem unerwarteten Gegentor umgehen.

Das Spiel war in der Folge auch etwas zerfahren, was natürlich Grefrath in die Karten spielte. Bis zum Halbzeitpfiff gaben die Neusser dann noch zwei Weitschüsse ab, die beide weit am Tor vorbei gingen.

In der Halbzeitpause wussten die zahlreichen mitgereisten Neusser Fans nicht so wirklich, etwas mit diesem Ergebnis anzufangen.

Irgendwie hatte man sich das nach der Führung doch anders vorgestellt. Dann ging es in die 2. Halbzeit!

Der VfR übernahm wieder das Ruder und Grefrath ließ sie gewähren. So sahen die Zuschauer das gleiche Bild wie in Durchgang eins, eine Mannschaft, die das Spiel diktierte und eine die sich auf das Zerstören beschränkte.

In der 49. Minute hätte es dann 1:2 stehen müssen, aber Justin Akhtar konnte den Ball aus einem Meter nicht über die Linie bringen und köpfte ihn in die Arme des Keepers Cremer, der eine gute Partie bot und auch nach einem gut getretenen Freistoß aus 25m wieder sicher zur Stelle war.

In der Folge wurde Grefrath immer besser und wurde auch offensiver.

Das brachte die bis dahin sichere Neusser Abwehrreihe ins Schwimmen und der Ball konnte irgendwie nicht aus der Gefahrenzone befördert werden.  In Folge einer solchen gefährlichen Aktion, folgte dann ein Eckball, der vom Torschützen vom Dienst auf Grefrather Seite, Etienne Piehler, zur 2:1 Führung eingeköpft wurde.

Nun war der Aufstieg wieder weiter weg und auch einen Bruch im Neusser Aufbauspiel brachte der Treffer mit sich.

Zwar versuchten die Grün-Weißen es immer wieder und unermüdlich aber es fehlte an der Präzision. Man hatte den Eindruck, dass die Mannschaft mit diesem Rückstand nur schwer umgehen konnte. Was auch nicht verwunderlich ist, denn wann musste man einem Rückstand schon mal hinterherlaufen.

Trainer Yavuz reagierte und versuchte von außen einen neuen Impuls zu setzen. Er brachte in der 63. Minute für Christoph Schmidt in Ayvaz Ilazi einen weiteren Stürmer.

Die Germania ließ sich davon aber keineswegs beeindrucken und kam jetzt mit den langen Bällen viel öfter gefährlich vor das Neusser Tor als noch in Hälfte eins. Das lag natürlich auch daran, dass Yavuz auf eine Dreierkette umstellte und Marik Mavili weiter nach vorne zog.

Aber trotz aller Bemühungen kamen die Grefrather zur nächsten 100%igen, die sich Piehler normaler Weise nicht entgehen lässt. Aber zum Glück für den VfR, traf er nach einem schönen Angriff nur die Latte.

Fast im Gegenzug hatte der sehr fleißige Marius Beqari den Ausgleich auf dem Fuß, auch diese Chance landetet bei Schlussmann Clemens.

In der 83. Minute musste Tarik Mavili verletzt den Platz verlassen und wurde durch Florian Clemens ersetzt. Es ging nun in die endgültige Schlussphase und die Grün-Weißen bekamen einen Freistoß ca. 20 Metern vor dem Tor.

Der tolle Schuss von Atta-Yeboah krachte leider wieder an die Querlatte und sprang von dort knapp vor die Torlinie.

Was für ein Pech für den Tabellenführer! Als dann die Nachspielzeit schon fast vorbei war, gab es nochmals einen Freistoß für die Neusser aber auch dieser fand nicht den Weg ins Tor.

Nach 92 Minuten wurde die Partie dann vom absolut überragenden Schiedsrichter Horst abgepfiffen. Das war eine Schiedsrichterleistung vom aller feinsten.

Die VfR-Sektflaschen mussten für heute im Kühlschrank bleiben aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Der Aufstieg wird in den nächsten Spielen garantiert klargemacht und die Meisterschaft gebührend gefeiert werden.

 

 

Spielbericht: M. Wahle
Fotos: N. Kempis