Spielbericht: VfR 06 Neuss : SV Germania Grefrath

25. Oktober 2018

Nicht schlecht gestaunt haben die Anwohner der Bezirkssportanlage in Weckhoven am Mittwoch Abend, als wie aus dem Nichts große Gruppen Menschen, gekleidet in grün-weißer und blau-weißer Kleidung in Richtung Hartplatz pilgerten. Plötzlich war auch die Parkplatzsituation rund um die Sportanlage angespannt. Wie konnte das sein? Ganz einfach…
Der VfR 06 Neuss traf auf SV Germania Grefrath. Ein besonderes Duell, denn beide Mannschaften belegten zu diesem Zeitpunkt den Platz 1. und 2. der Tabelle. Ein Spitzenspiel mitten in der Woche in Weckhoven. Da kommt nicht häufig vor…

Beide Mannschaften liefen konzentriert auf und man konnte die Entschlossenheit spüren. Die Trainer der beiden Teams habe es verstanden ihren Schützlingen die Motivation in die Adern zu treiben und die enorme Bedeutung dieses Spieles zu verdeutlichen. Denn dieses Spitzenduell könnte über den Ausgang der Saison entscheiden.

Beide Mannschaften legten ordentlich los und schenkten sich keinen Meter. Immer wieder tauchten Grefrather Spieler vor dem Neusser Tor auf, worauf fast immer ein schneller Konter der Neusser erfolgte. In der 6. Minute blieb das Herz der Neusser Fans plötzlich kurz stehen. Wie aus dem Nichts zappelte der Ball im Neusser Netz. Aber das stets souverän agierende Schiedsrichtergespann erkannte sofort richtig – Abseits!

Alle beteiligten merkten, hier stehen zwei Mannschaften auf dem Platz, die auf Augenhöhe spielen und bis in die Haarspitzen motiviert sind.
Die Grefrather hatten in den nächsten Minuten einige gute Standartsituationen, die sie allerdings nicht für sich nutzen konnten. Der VfR machte mit schnellen Kontern und langen Bällen sofort Druck. Dieses Spiel sollte dann in der 19. Minute belohnt werden. Dennis Timmermanns war es, der den Ball in das Grefrather Tor brachte. 1:0 Führung für den VfR!

Mit diesem Ergebnis ging es dann in die Halbzeitpause.
Grefrath kam noch motivierter aus der Kabine und machte, sichtlich unbeeindruckt von den stark spielenden Neussern, Druck und wollte den Ausgleich. Es entwickelte sich zeitweise ein technisch anspruchsvolles und vor allem schönes Spiel. Die Spannung lag in der Luft.
In dieser Zeit wuchs der Schütze des 1:0, Dennis Timmermanns über sich hinaus. Er war hinten, er war in der Mitte und er war vorne. Er war einfach überall und erkämpfte sich jeden Ball. Seine Gegenspieler brachte er zur Verzweiflung.
Der VfR wirkte wach und geschlossen. Aber die Grefrather gaben noch lange nicht nach.

In der 74. Minute war es der Glanztat des VfR Keepers Dirk Konwissorz zu verdanken, dass es nicht 1:1 stand. Er warf sich zwischen die frei stehenden Gegner und pflückte den Ball blitzschnell aus der Luft. Die Atmosphäre knisterte nur so vor Spannung. In der 80. Minute lief sich Florian Hillebrand mit dem Ball frei und stürmte auf den Grefrather Torwart zu. Im letzten Augenblick spielte er im Strafraum quer zu Marius Bequari, der den Ball zum erlösenden 2:0 reinschob. Lauter Jubel und Erleichterung bei Mannschaft und Fans des VfR.
Dieses Ergebnis sollte bis zum Abpfiff unverändert bleiben.

Der VfR 06 Neuss gewinnt das absolute Spitzenspiel dieser Hinrunde mit 2:0 und setzt sich an der Tabellenspitze mit 3 Punkten ab.
Das Team um Trainer Joe Knochen hat gezeigt, welch tollen Fussball es zu spielen vermag. Und eine Mischung aus Teamgeist und Kämpferwille machten diese Mannschaft an diesem Tag schlicht unbesiegbar.

Es war ein Spiel, wie man es sich als Amateurfussballfan kaum anders hätte wünschen können. Voller Spannung und Emotionen, spielerisch auf einem hohen Level. Trotz des Drucks gingen beide Mannschaften aber sehr fair miteinander um. Die Zuschauer wussten wohl wieso es lohnen würde, sich dieses Duell anzuschauen. Die ersten Schätzungen über 150 Zuschauer konnten zum Ende auf 200 korrigiert werden. Noch nach dem Abpfiff standen Neusser und Grefrather bei einem Getränk und einer Bratwurst zusammen und haben dieses Spiel nochmal revue passieren lassen.

Ein Spieltag wie dieser wäre aber nicht möglich gewesen, wenn es im Hintergrund die vielen fleißigen VfR-Engel nicht gäbe. Sie sind es, die den Versorgungsstand auf- und abbauen, stets mit einem Lächeln die Getränke reichen und mit viel Elan die Grillwürstchen wenden. Sie stehen am Eingang, schmeißen die Kasse und sorgen für Ordnung und Sauberkeit. Sie entwerfen in ihrer Freizeit die Stadionzeitschrift „VfR Kurier“, machen Fotos von Spielen und kümmern sich um alle organisatorischen Belange. Danke an alle VfR-Engel, die dazu beitragen, dass unsere Heimspiele immer wieder einfach nur großartig sind!

Danke an Berthold Häsler für die Fotos.